Gegen 9.15 Uhr ging
es los Richtung Stalis. Wir hatten schon
vor Wochen ein Treffen mit unserem alten Freund Horst Stegemann
verabredet. Gegen Mittag trafen wir wohlbehalten in Stalis
ein und parkten sofort am Hotel „Palm Beach“ Horst
erwartete uns schon und nach der langen Fahrt schmeckte das
Mythos wunderbar. Zum Mittagessen lud uns Horst in das „Kreta-Restaurant“
zu Martha und Michael ein. Das war ein Hallo, als Athyna und
ich so plötzlich vor ihnen standen. Da wir ja mehrere
Tage in Stalis und Umgebung bleiben wollten, stellte sich
die Frage nach einem Quartier. War es Zufall oder Glück???
Sohnemann Elefthèrios (kurz Lefti) machte uns einen
wunderbaren Vorschlag. Das Hotel „Matamy Beach“
nebenan, früher „Drunken Duck“ war völlig
neu renoviert und für 30,--€uronen sehr preiswert.
Lange Rede, kurzer Sinn, das war unsere Bleibe für die
nächsten zwei Nächte.
Das nächstes Ziel in Stalis war selbstverständlich
das Hotel „Alcionides“ Alle unsere Freunde waren
da, Christopher, Dimitri, Papa Janny, Thamy und der Wuschel
Rocky. Wir wurden, wie immer sehr herzlich begrüsst.
Schmerzlich vermissten wir dagegen Melina, Sie war vor einigen
Monaten freiwillig aus dem Leben geschieden, für uns
immer noch unvorstellbar.
Nach einem tollen Abendessen und Abschluss im Kretarestaurant
bezogen wir das Superzimmer im Hotel und genossen die dortigen
Annehmlichkeiten. Für den nächsten Tag hatte uns
Horst im altbekannten Restaurant bei Martha und Michael zum
üppigen Frühstück eingeladen und wir besprachen
gleichzeitig den Tagesablauf. Mit unserem Auto fuhren wir
drei in das kleine Fischerdorf „Milatos“ zu unseren
langjährigen Freunden „Eleni und Sokrates“.
Auch hier war die Begrüßung wie immer sehr herzlich.
Es begann ein langer Gedankenaustausch und das kühle
Blonde schmeckte dazu natürlich sehr gut. Später
tischten die beiden alle guten Dinge aus der Küche auf
und Horst, Athyna und ich haben gelebt wie Gott auf Kreta.
Am Abend waren wir dann noch ein letztes Mal im Alcionides
und nahmen einen Dämmerschoppen zu uns.
Nach einem wieder mal üppigem Frühstück, wurde
unsere nächste Station angepeilt, Ferma, Koutsounari,
Ierapetra??? mal sehen…….
Zunächst hieß es jedoch, Tschüss Horst, Tschüss
Stalis und los ging es Richtung „Mochos“ auf die
neue Schnellstrasse und weiter nach „Kastelli“.
Wir folgten der Strasse nach Süden und kamen u.a. durch
„Panagia“. Wenig später machten wir in „Thomadiano“
eine kleine Rast, wo wir zu unseren Getränken, Tomaten,
Gurken, Oliven und Schafskäse bekamen und die alte Dame
sehr um uns bemüht war.
In „Martha“ bogen wir nach Osten ab und passierten
„Ano Viannos“ , später „Vahos“
(grosser Aussichtspunkt), bevor wir die erste größere
Stadt „Mirtos“ am „Libyschen Meer“
erreichten. Es war bereits Nachmittag geworden, als wir Richtung
„Ierapetra“ fuhren. Wir kamen durch das riesige
Gemüseanbaugebiet der Orte „Anatoli, Stomion und
Gra Ligia“ Die Einheimischen waren damit beschäftigt
die großen LKW’s zu beladen ............es herrschte
Hochbetrieb.
In Ierapetra fuhren geradewegs an der Küste entlang bis
nach „Koutsounari“, um Bea im
Dolphin-Cafe einen Besuch abzustatten. War wohl nix, Mittwochs
Ruhetag, also weiter. Bis „Makrigialos“
hatten wir noch rechtsseitig das Meer und nach einem kurzen
Stop ging es in nördliche Richtung nach „Pilalimata,
Lithines“ bis „Sikia“.
Dieser kleine Ort, ziemlich mittig der Insel gelegen, war
die zweitletzte Etappe auf unserem Fahrplan und wir konnten
durchatmen. Rena und ihre Tochter Marita waren mehr als sprachlos,
als wir plötzlich vor ihnen standen, aber wer jetzt denkt,
bei alten guten Freunden kann man einfach nur auf ein Hallo
vorbeischauen, hat sich geschnitten. Die beiden waren Gastgeber
wie sie im Buche stehen. Alles, was tagsüber gekocht
worden war, kam auf den Tisch und Rena ist eine verdammt gute
Köchin ...... es gab Kartoffeln mit Karotten und Artischocken
mit Dill, Gemista, Paximadi und natürlich süffigen
Landwein. Es schmeckte einfach herrlich. Es gab viel zu erzählen
und wir vergaßen dabei Zeit und Stunde und auch das
Fotografieren.
Schon längst war die Sonne hinter den Bergen verschwunden
und wir wollten noch weiter an die östliche Südküste
nach Xerokampos. Schnell wurde per Telefon noch ein Quartier
bestellt und dann machten wir uns nach einem herzlichen Adio
auf . Es wurde eine aufregende Nachtfahrt vorbei an Etia durch
die Hochebene von Chandras und über Ziros in vielen Serpentinen
runter bis Xerokampos. Als wir an der Südküste
ankamen, war es schon stockdunkel aber wir hatten alles ohne
Blessuren überstanden. Gleich am Dorfanfang liegt der
kleine Supermarkt von Maria. Bei ihr war auch das Appartement
bestellt...............von ihr und der Familie bekamen wir
noch eine leckere Portion Spagetti und einen Rotwein. Danach
fielen wir jedoch ziemlich müde ins Bett.
Alles was dann am nächsten Morgen fürs Frühstück
benötigt wurde, gab es gleich unten bei Maria im Supermarkt.
So waren wir gut gerüstet für die nächste Tour,
die uns bis Zakros und Kato Kakros führen sollte. Wir
erklommen die Serpentinen um über Ziros in die Hochebene
von Chandras zu kommen. Einen kleinen Stop machten wir auf
dem Friedhof von Ziros um unsere Freundin Vera zu besuchen.
Sie ist seit November 2004 dort begraben.
Eine wunderbare Ruhe lag über dem Tal und wir fuhren
langsam weiter nach Voilá. Es ist
ein verlassenes mittelalterliches Dorf. Ein venezianischer
Wohnturm und eine kleine doppelschiffige Kapelle sind noch
gut erhalten, ausserdem entdeckten wir einen wunderschönen
alten türkischen Brunnen, der immer noch Wasser spendet
und die umliegenden Gärten versorgt.
Weiter ging es über Katelionas, Sitanos, Karidi,
Adravasti und Klisidi runter nach Zakros.
Auf der Fahrt durch dieses Gebiet waren wir ganz allein. Nur
hier und da ist uns ein Gemüsebauer begegnet und jedesmal
wurde freundlich gegrüsst. Diese mittägliche Stille
hat uns einfach nur gutgetan. Bald hatten wir Zakros
die wasserreiche Stadt erreicht. Die kräftigste Quelle
Ostkretas entspringt oberhalb des Ortes und versorgt die Bewohner
mit frischem Wasser. Durch eine tiefe Schlucht bahnt sich
das Wasser einen Weg runter nach Kato Zakros.
Unser Besuch und Hallo galt erst aber mal dem Maestro. Er
hat auf dem Platz eine kleine Taverne und kann den Besuchern
in vielen Sprachen Rede und Antwort stehen. Ausserdem ist
er für sein leckeres Ziegenfleisch bestens bekannt. Schnell
hatte er eine warme Mahlzeit gezaubert und hat uns einen guten
Wein dazu serviert. Lange haben wir mit ihm geplaudert und
auch über unsere verstorbene Freundin Vera mit ihm gesprochen.
Oft war sie zu ihm nach Zakros gekommen um sich auszutauschen.
Etwas nachdenklich und traurig entschieden wir uns, Kato Zakros
auszulassen. Wir traten die Rückfahrt nach Xerokampos
an. Umgekehrt passierten wir nun die kleinen Örtchen
wie Adravasti, Karidi und Sitanos. Am stillen Strand von Xerokampos
machten wir einen kleinen Spaziergang und jeder hing seinen
Gedanken nach. Als es langsam dunkel wurde, bestellten wir
uns in der Taverne Akrogiali eine Abendmahlzeit
und ein Glas Wein und kehrten dann in unser Quartier zurück.
Am Freitagmorgen nach dem Frühstück verabschiedeten
wir uns von Maria und ihrem Mann um die lange Rückreise
nach Agia Galini anzutreten. Unser Weg führte uns über
Ziros nach Goudouras an die Küste, weiter über Moni
Kapsa, Makrigialos, Agia Fotia und Ferma nach Koutsounari.
Endlich trafen wir Bea und auch Ralf im Dolphin-Kaffee an.
Beim Nachmittagskaffee bzw. Wein, sprachen wir lange über
die traurigen Ereignisse mit Vera und Kostas in Xerokampos.
Am späten Nachmittag mussten wir dann aufbrechen, da
wir ja noch einige Kilometer vor uns hatten. Über Ierapetra,
Mirtos und Ano Viannos fuhren wir Richtung Martha und verpassten
den Abzweig nach Skinias (5km zu weit gefahren, egal). Es
folgte das lange Ende durch die Mesara und hinter Pirgos verfransten
wir uns nochmals, was aber ebenfalls egal war. Im halbdunkeln
fanden wir aber doch noch das Hinweisschild nach Agia Deka
und von dort waren wir dann doch endlich gegen 21.30 Uhr bei
Heidi im Romantika. Obwohl wir Hundekaputt waren, entschlossen
wir uns noch eine Kleinigkeit zu essen und trafen bei der
Gelegenheit auf Klaus und wenig später auch noch Martin
und Katja, die sich schon ein wenig Sorgen machten, da wir
unseren Ausflug von geplanten 3 Tagen auf 5 Tage erweitert
hatten. Um 23.30 Uhr erreichten wir todmüde das Erofili
und fielen einfach nur noch ins Bett.
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